Meine erste Sci-Fi Convention

Vom Finden und Planen
Seit Jahren, eigentlich schon seit 1 ˝ Jahrzehnten gucke ich nun schon Science-Fiction Serien und Filme, aber nie habe ich einen Gedanken daran gerichtet das es eventuell so was wie ein Sci-Fi Convention geben könnte. Irgendwie blöd von mir, aber irgendwie hatte ich nie daran gedacht und hatte auch so genug anderen Unsinn in Kopf.
So kam es aber dann eines Tages das ich ein wenig mehr über die Schauspieler wissen wollte die bei Star Trek - New Enterprise und Battelstar Galactica spielten.
Die beiden Commander's aus beiden Serien kannte ich schon aus früheren Serien, aber die anderen sagten mir erst kaum etwas.

Also befragte ich das Internet. Erst auf der Webseite von IDMB, eine wirklich sehr informative Seite wenn man was über Schauspieler wissen möchte; und dann bei Google.
So bekam ich eine ziemlich lange Liste von Google angezeigt und hatte erstmal die nächsten Stunden und Tage viel zu lesen. Nach zwei, drei Tagen mit Lesen von Info's beschäftigt fand ich dann einen interessanten Link. Das interessanteste war, das dort in der Betreffzeile was von einer Convention stand, da ich aber mein Glück kannte, dachte ich natürlich das die irgendwann in der Vergangenheit gewesen ist und ich lediglich Informationen darüber bekommen werde wer auf der Con war und wie es war. Denn das traf auf die Internetseiten zu die ich bis dahin schon besucht hatte.

Trotzdem ging ich dann auf die Seite von Utopiasite.com und fing an zu lesen. Als ich dann an die Stelle kam, wo das Datum stand, an der die Con war, hatte ich das Gefühl mich trifft ein Blitz. Diesmal war es ganz anders. Ich konnte es kaum fassen als dort stand dass diese Convention erst noch sein wird. Ich habe dreimal gelesen, ganz langsam um ganz sicher zu sein das ich mich nicht irrte.
Ich kann kaum in Worte ausdrücken was ich dabei fühlte, denn genau meine "Lieblingsschauspieler" standen dort auf der Gästeliste:


CONNOR TRINNEER und TAHMOH PENIKETT


Mir wurde heiß und kalt. Ab da wusste ich: "Egal wie, aber du fährst dahin!!"
Es gab nur ein kleines Problem: Ich habe kein Auto! Also musste ich gucken wie ich es anstellte das jemand dahin fährt und mich mitnimmt. Zu der Minute als ich mich entschlossen habe dorthin zufahren habe ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um jemanden zu finden der mitkam. Ich habe alle in Frage kommenden Bekannten, Freunde und Studienkollegen angerufen und das einzige was passierte, ist das meine Telefonrechnung in diesem Monat ziemlich explodiert ist ….

Die Suche war ziemlich frustrierend, entweder hatten die Leute keine Lust, keine Zeit oder waren halt nicht spontan genug. Leider sind nicht viele Leute so spontan wie ich. Spontanität ist eine meiner Tugenden auf die ich schon ziemlich stolz bin, spontan und bereit verrückte Dinge zu tun :0)
Spät abends habe ich dann nach Alternativen gesucht. Alternativen hießen dass ich mit der Bahn, einer Mitfahrgelegenheit oder einem Mietauto hinfahren könnte. Nachts konnte ich kaum schlafen, weil ich mir immer noch Gedanken darüber machte wie ich es Bewerkstellen konnte um nach Holland zu kommen. Denn soviel Zeit hatte ich nicht, wenn man bedenkt dass ich auch noch mitten in meiner Diplomarbeit steckte und an dieser arbeiten musste.

Das einzig wichtigste für mich war nur, dass ich wusste das ich dahin will, egal wie.
Also suchte ich nächsten Tags eine günstige Verbindung für die Bahn heraus, schließlich hat man als Student nicht viel Geld. Im Nachhinein wäre es die Beste Lösung gewesen, aber dazu später mehr.
Die andere Alternative, dass ich mit einer Mitfahrgelegenheit nach Holland kam, hat sich ziemlich schnell zerschlagen. Denn die einzige Mitfahrgelegenheit die es gab schrieb mir in der E-Mail, dass er nie wieder nach Holland fahren würde. Also andere Alternativen suchen bzw. überprüfen.

Meine Nerven waren mehr als angespannt und mit Schlafen war auch nicht viel. Nicht nur wegen der Convention, sondern weil meine Diplomarbeit darunter ein wenig gelitten hat. Ich konnte mich kaum darauf konzentrieren. Allerdings hatte ich noch einiges vor mir und an der musste ich auch trotz meiner Aufregung wegen der Planung für die Convention Weiterschreiben.
Nächsten Tages versuchte ich weiter jemanden zu finden mit dem ich dahin kam und gab neue Suchbegriffe bei Google In einem Forum fand dabei jemanden der auch dahin fahren will und habe mich als erstes bei dem Forum angemeldet, damit ich ihre Email-Adresse heraus bekam. Ich schrieb ihr also eine E-Mail und fragte Sie, wie sie dort hinkommt. Die Antwort war wie ich schon erwartet nicht erfreulich, denn sie (Kathy) fuhr mit der Bahn nach Holland. Das einzige wirklich gute daran war, das wir viel miteinander gemailt haben, bevor ich sie dann fragte ob sie auch bei ICQ wäre. Von da an haben wir dann sehr viel, gechattet. Das tun wir immer noch. /

Nach allen missglückten Versuchen einen Bekannten, Studienkollegen, oder sonst jemanden an Land zu ziehen der mit mir dahin fährt, ging ich auf die Internetseite der Bahn um mir ein Onlineticket zu kaufen. Dabei fiel mir noch ein ehemaliger Studienkollege ein. "Na ja, probieren kann ich es ja und mehr als Nein kann er auch nicht sagen", dachte ich mir, obwohl ich dort kaum Hoffnung hatte, weil er nicht so ganz daran interessiert ist.
So rief ich ihn also an und dann fragte ob er mitkommen will. Als er anfing ein wenig rumzudrucksen, dass es nicht so sein Fall wäre, sank mir mein Herz ziemlich und ich fühlte mich ziemlich mies. Na ja, mit einem Auto und jemanden hinzufahren den man kennt ist halt doch schöner.

Das war's also, die letzte Chance auf'n Auto. Meine Versuche ihn zu überreden blieben erfolglos, aber dann sagte er einfach so dass er mir sein Auto leihen würde. Mein Herz stand still. Nach ein zwei Sekunden konnte ich nur sagen: "Joachim, das ist der schlechteste Zeitpunkt um dumme Witze zu machen." Das war es wirklich, schließlich war mir die Sache zu ernst um dahin zu kommen und ich kann Leute nicht ausstehen die dann dumme Witze machen und es noch lustig finden.
Doch er meinte es ernst. Er will mir wirklich sein Auto borgen.
Da ich gerade dabei vorm PC saß und im Internet war, und einen Tab offen hatte mit der Seite Von Utopia, habe ich Sekunden später mir mein Wochenendticket bestellt. Allerdings habe ich Joachim immer wieder gesagt: " Ich bestell jetzt, ich bestelle wirklich!" Und er meinte nur "Mach schon, du kriegst mein Auto".

Oh man, was war ich glücklich und mein Adrenalinspiegel stieg in die Höhe.
Insgesamt hat es mich tatsächlich 5 Tage meines Schlafes gekostet, meiner eigentlich so wichtigen Ruhe. Irgendwie habe ich es aber geschafft trotz dessen, an meiner Diplomarbeit Weiterzuschreiben. Allerdings ist damit die Aufregung noch lange nicht vorbei…
Wenn man sich das Wochenendticket für die Convention kauft und unter den ersten 75 Personen ist, darf man freitagabends auf die Cocktailparty. Damit war mein Adrenalinspiegel ziemlich hoch. Da ich auf die Antwort von den Veranstaltern warten musste. Ich war ziemlich durch den Wind.

Das machte sich unter anderem dadurch bemerkbar, das mir beim Wörtersuchen für meine Diplomarbeit dabei ertappte, dass ich es auf Englisch suchte und mir erst gar keine Mühe gab sie im Deutschen zu finden. Das war ziemlich seltsam und hatte den Ursprung darin, dass ich seit meiner Bestellung des Wochenendtickets viel mit Nicoline von Utopia gemailt habe. Das geschah natürlich alles auf Englisch.
Einige Tage später bekam ich dann Antwort von ihr, dass ich leider nicht unter den ersten 75 war.
Schon wieder erstmal ein Pleite und wieder auf der Suche nach einer Lösung.
Da viel mir Kathy ein, die mir schrieb dass sie Nr. 71 hat. Da ich wusste dass sie erst samstags in Holland ankam, überlegte ich ob es möglich sei mit ihr die Karten zu tauschen. Ich wollte soviel wie möglich an diesem Wochenende erleben, schließlich bekommt man nicht jeden Tag eine solche Gelegenheit seine Lieblingsschauspieler Live zu sehen.

Zuerst habe ich dann bei Utopia angefragt, ob es überhaupt möglich ist, dass man Karten tauscht. Die Antwort kam wie meist erst einige Tage später. Sie sagten das es kein Problem wäre, wenn die Person mit der ich die Karten tauschen würde, eine Einverständniserklärung Ihnen schicken würde. Das war mein Stichwort. Ich habe Kathy sofort per ICQ eine Nachricht hinterlassen, dass ich eine ganz wichtige Frage an sie habe. Ein Tag drauf war sie dann endlich Online und ich konnte ihr meine Idee unterbreiten und sie sagte schlichtweg "Na klar, kein Problem". Man, das war ein tolles Gefühl, ich freute mich sehr und war ein wenig verwundert.

Schließlich kannte sie mich ja erst seit ein paar Tagen und das nur übers chatten. Allerdings habe ich mich mit meiner Freude noch ein wenig zurückgehalten, damit ich nicht enttäuscht bin falls noch irgendetwas dazwischen kommen sollte. Jedenfalls schrieb ich Nicoline direkt eine E-Mail das Kathy nichts dagegen hat und ihr in den nächsten Tagen die Einverständniserklärung schicken würde. Das ganze dauerte dann noch ungefähr eine Woche, bevor ich dann von Utopia das Grüne Licht bekommen habe, das die Karten getauscht sind. Ab da machte ich mir nur noch Sorgen ob die Eintrittskarte rechtzeitig kommen würde und was ich denn auf der Cocktailparty anziehen könnte. Schließlich war ich vorher noch auf keiner.

Jetzt noch brauchte nur noch eine Unterkunft und zwar eine die mir nicht den Geldbeutel völlig leerte. Dafür habe ich dann auch ganze 7 Tage gebraucht, weil ich immer noch die Hoffnung hatte, das ich irgendwie noch was günstigeres finde.
Habe mir Hotels, Jugendherbergen und Campingplätze angeguckt.

Von Jugendherbergen habe ich dann schnell Abstand genommen. Schließlich wollte ich niemanden stören oder aufwecken wenn ich sehr spät zurückkäme. Das ist der Nachteil einer Jugendherberge wenn man alleine unterwegs ist und alle Einzelzimmer schon belegt sind.

Dann waren da Campingplätze, bei den meisten war die Saison schon zu Ende oder sie waren zu weit weg. Es nützt ja nix wenn ich dann ewig unterwegs wäre um von dort auf die Con zu kommen. Erstens kostet es Sprit und zweitens hätte nix trinken können. Also entschied ich mich nach einem Hotelzimmer zu suchen, um niemanden zu stören und zu dem ich zur Con laufen kann. Im Endeffekt war es zwar teurer als Campingplatz oder Jugendherberge, aber dafür sparte ich ja Sprit und Parkgebühren um zur Con zu kommen. Und die Aussicht ein Zimmer alleine zu haben fand ich auch sehr beruhigend. So habe ich dann 3 Tage vor meiner Reise das Zimmer gebucht.

Als ich nächsten Tags ins Internet ging um meine Reservierung zu kontrollieren ging ich noch einmal auf die Utopiasite.com um mir das Programm für die Convention erneut anzugucken. Da bekam ich einen großen Schrecken. Einer meiner beiden Favoriten hatte abgesagt! Tahmoh Penikett. Ich war ziemlich sauer und habe mich einige Stunden darüber aufgeregt dass er keine Zeit hat zu kommen. Nach ein zwei Tagen ärgerte ich mich dann nicht mehr ganz so, schließlich kam ja noch Connor Trinneer. Er war auch der erste Grund dafür überhaupt zu der Convention zu fahren.

So, nun brauchte ich nur noch eine Strecke zu finden wie ich nach Scheveningen komme. Dafür habe ich dann zwei, drei Routenplaner befragt. Das Ganze hat auch einiges an Zeit und Nerven gekostet, weil ich mir nicht sicher welche Strecke ich nehmen soll. Es gab zwei Möglichkeiten.
Die kürzeste Variante und einfachste war die A3. Die geht in Holland als A12 weiter und man kommt direkt in Scheveningen raus. Allerdings ist die A3 Freitag mittags meist sehr mit Stau beschäftig …...

Die andere Möglichkeit war über die A57 und dann 3mal die Autobahn wechseln. Hörte sich erst ganz gut an. Aber im Internet fand ich dann heraus dass auf der ganzen Strecke viele Baustellen sind. Tage habe ich hin und her überlegt, andere gefragt was die davon halten. Zum Schluss habe ich mich für die A3 entschieden, weil Joachim (mein ehemaliger Studienkollege) 5-10 Minuten von der A3 wohnt. Dazu kommt, dass die Strecke an Kilometern viel kürzer war. Also wusste ich endlich bescheid wie fahren wollte.

Die Vorbereitung für die Hinfahrt lief schon zwei Tage vorher auf Hochtouren, schließlich ist es das erste Mal das ich so was erlebt habe. Dann kam noch dazu das freitags die Cocktailparty ist, auf die ich ja Gott sei Dank hin gehen konnte. Am Abend bevor es nach Holland ging, hatte ich alles eingepackt, denn es gab noch ein kleines Problem.
Endlich waren meine Vorbereitungen abgeschlossen.